Kritische Betrachtung

 
aus ärztlicher Sicht
 
aus ethischer Sicht
 
aus funktioneller Sicht
 
aus rechtlicher Sicht
 
aus religiöser Sicht
 
aus subjektiv-persönlicher Sicht

 

Das Pflegefall-Tool ...

... aus ärztlicher Sicht

Behandlungsrichtlinien und zunehmende defensive medicine - mit der sich Ärzte vor möglichen Klagen schützen - führen dazu, dass bei jedem Patienten alles zum Einsatz gebracht wird, was medizinisch möglich ist. Es ist aber fraglich, ob wirklich alles zum Vorteil bzw. im Sinne jedes Patienten ist. Das Tool unterstützt ärztliche Beratungs- und Aufklärungsgespräche indem es mündige Patienten schafft.

... aus ethischer Sicht

Höchstpersönliche Entscheidungen (wie z.B. einer Therapie zustimmen oder sie ablehnen) muss jeder selbst treffen. Angehörige sind mit solchen Aufgaben überfordert, und derartige Entscheidungen übersteigen auch die Grenzen von ärztlicher Verantwortung. Das Tool berücksichtigt subjektive Kriterien und zeigt solche auf.

... aus funktioneller Sicht

Das mäeutische Prinzip des Tools führt dazu, dass Anwender nach mehreren Abfragen auch selbst erkennen, welche Entscheidung für sie persönlich die richtige ist. Die Antworten führen über ein gewichtetes Punktesystem zum berechneten Ergebnisvorschlag. Man lernt, dem Arzt die richtigen Fragen zu stellen, bis man schließlich nur mehr ärztliche Empfehlungen annehmen und umsetzen wird, die man auch für seine persönliche Situation richtig findet.
Das Tool ergänzt jede Patientenverfügung und stärkt eine Vorsorgevollmacht.

... aus rechtlicher Sicht

Nicht Ärzte haben das Recht zu behandeln, sondern der Patient hat das Recht, behandelt zu werden oder Behandlungen abzulehnen.
Das Tool liefert dem Anwender einen Vorschlag für seine Entscheidung. Somit entspricht das Tool den Gesetzen der D-A-CH Region (§1901 a,b BGB; § 4 ff. PatVG; ZGB Art. 370 ff.).

... aus religiöser Sicht

Anstatt in die Dauer eines Menschenlebens einzugreifen, wie das z.B. bei Sterbehilfe oder bei assistiertem Suizid der Fall ist, nimmt das Tool keinen Einfluss auf die Lebensdauer. Es bleibt Gott, der Natur oder dem Schicksal eines Menschen überlassen, ob jemand erkrankt, wieder gesund wird, aber auch wann jemand verstirbt.

... aus subjektiv-persönlicher Sicht

Biographie, Ausmaß von empfundenem Leid, Schmerz, Demütigung, Glücksgefühl, Freude etc. aber auch (heimliche) persönliche Wünsche, machen Lebensqualität eines Menschen aus, welche ihrerseits wiederum den Patientenwillen bestimmt. Patientenautonomie und Recht auf Selbstbestimmung stellen auch für Ärzte die absolute Handlungs- und Behandlungsgrenze dar. Das Tool ermöglicht den Vergleich mit eigenen Handlungsweisen. Bevor man – zB wegen Demenz – wird wehrlos erdulden mussen, was Dritte (Ärzte, Pflegende oder Angehörige) für einen entscheiden, wird man von ihnen verlangen, nach dem Ergebnis des selbst erprobten PFLEGEFALLTOOL zu handeln.
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